Engagement

Ein entscheidenden Einflussfaktor auf die Betriebliche Gesundheit stellt das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in deutschen Unternehmen dar.

Studienergebnisse zeigen auf, dass eindeutig Zusammenhänge zwischen den Phänomenen Absentismus und Präsentismus, sowie der Verbundenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ihrem Unternehmen, bestehen.

In deutschen Unternehmen weisen durchschnittlich nur 15 % der Mitarbeiter eine hohe emotionale Bindung auf. 70 % der Mitarbeiter besitzen nur eine geringe emotionale Verbundenheit und weitere 15 % fühlen sich mit ihrem Unternehmen überhaupt nicht verbunden.

Mitarbeiterbindung in einem durchschnittlichen deutschen Unternehmen

Gallup Index 2016

Für die Betriebliche Gesundheit ergeben sich aus dem Grad der Verbundenheit mit dem Unternehmen im Hinblick auf die Mitarbeiter verschiedene Anspruchs- und Zielgruppen. 

Mitarbeiter ohne emotionale Bindung weißen ein deutlich höheres Maß an Krankentagen (10,3 Krankentage) auf, im Vergleich mit Kollegen, welche über zumindest eine geringe emotionale Bindung (6,8 Krankentage) oder eine hohe emotionale Bindung (6,5 Krankentage) verfügen.

Die Lohnfortzahlungskosten im Krankheitsfall betragen in Deutschland ca. 250 € pro Tag und Mitarbeiter. Produktivitätsverluste und mögliche Kosten für einen entsprechenden Ausgleich sind hierin noch nicht inbegriffen. Aus einem höheren Maß an Krankentagen ergibt sich hiermit für Unternehmen auch ein belastender betriebswirtschaftlicher Faktor.

Beispielhaft für ein durchschnittliches Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit 1000 Mitarbeitern, einem durchschnittlichen Bruttomonatsgehalt von 3879 € (Statista 2016), sowie einem Gesamtkrankenstand von 5,8 %, ergibt sich ein Gesamtpersonalaufwand von 46.548.000 €, sowie hiermit verbundenen reinen Lohnfortzahlungskosten in Höhe von 2.699.784 €.

Bei einer Reduktion des Gesamtkrankenstandes, zumindest auf den bundesdeutschen Durchschnitt von 4,25 %, ergibt sich eine Reduktion der Lohnfortzahlungskosten im Krankheitsfall von 763.994,00 €.

Zeigt sich im Rahmen einer dezidierten Analyse die Ursache für einen erhöhten Krankenstand im Grade der Verbundenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so können Maßnahmen zur Verbesserung des Engagements effektiv zu einer Senkung des Krankenstandes beitragen.

Wie viele Tage haben Sie im vergangenen Jahr bei Ihrer Arbeit gefehlt, weil Sie sich krank oder nicht gut gefühlt haben?

Gallup Studie 2016

Neben den reinen Ausfallzeiten im Rahmen des Absentismus ergibt sich eine weitere potentiell in der Gesundheit gefährdete Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung sind häufig auch Mitarbeiter, welche besonderen Anforderungen und Belastungen ausgesetzt sind, zum Beispiel Führungskräfte und leitende Angestellte. Bei dieser Personengruppe zeigt sich häufig ein erhöhtes Maß an Erkrankungen, welche im Zusammenhang stehen mit einem psycho-sozialen Hintergrund, verbunden mit Phänomenen des Präsentismus. Die Kosten von Präsentismus, geprägt durch Unfälle, Arbeitsfehler und Fehlentscheidungen, sind nach aktuellen Erkenntnisse noch höher als die Kosten des Absentismus.

Von entscheidender Bedeutung für die Betriebliche Gesundheit ist daher, einzelne Bedarfsgruppen im Unternehmen genau zu identifizieren, um hieraufhin für unterschiedliche Bedürfnisse passgenaue Interventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Nur so kann Gesundheit in Unternehmen sichtbar, messbar und kontrollierbar gemacht werden.

Das Engagement der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellt damit einen wichtigen Wettbewerbsfaktor für deutsche Unternehmen dar und ist gleichzeitig Einflussfaktor, um die Betriebliche Gesundheit effektiv zu verbessern.


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